• Home
  • Aktuelles
    • Veranstaltungskalender
      • Kalender
      • Nächste Veranstaltungen
    • Berichte
      • Alle Beiträge
      • Ausstellungen
      • Exkursionen
      • Vorträge
      • Filme
      • Sonstige Veranstaltungen
      • Veröffentlichungen
      • Objekt des Monats
      • Organisatorisches
  • Verein
    • Profil
    • Vorstand
    • Satzung
  • Aktivitäten
    • Sammlungsankäufe
    • Wissenschaftsförderung
      • Habersbrunner Forschungspreis
      • Ritter-von-Spix-Medaille
    • Öffentlichkeitsarbeit
  • Biodiversität
  • Staatssammlung
  • Mitmachen
    • Spenden
    • Mitglied werden
    • Exkursionen
    • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Zwergkiwi-Präparate aus der Sammlung Herzog von Leuchtenberg
Foto: M. Unsöld, ZSM Info Info

Objekt des Monats März 2026

Zwergkiwi Apteryx owenii Gould, 1847

»Kiwis« nennen sich die Neuseeländer nach den auch als Schnepfenstrauße bezeichneten endemischen Laufvögeln, die für sie einen hohen Stellenwert besitzen und die zu Identifikationssymbolen für das Land wurden. Bei uns ist die Frucht bekannter als der Vogel, denn sie ist wegen ihres säuerlichen Geschmacks und des hohen Vitamin C-Gehalts sehr beliebt. Auch sie bekam ihren Namen in Bezug auf die Vögel.

Der Zwergkiwi ist die kleinste der fünf Apteryx-Arten; Männchen wiegen 880 – 1.384 g, die größeren und schwereren Weibchen 1.000 – 1.950 g (evtl. kurz vor Eiablage!). Der birnenförmige Körper sitzt auf kräftigen Beinen mit ebensolchen Füßen und krallenbewehrten Zehen, die sich nicht nur zum Laufen, Scharren und Graben eignen, sondern auch bei Revierstreitigkeiten und der Verteidigung gegen Prädatoren eingesetzt werden. Der beim Männchen 63 – 72 mm und beim Weibchen 75 – 94 cm mm lange Schnabel macht etwa 20 % der Körperlänge aus, ist an der Basis mit Tastborsten umgeben und dient zur Nahrungssuche nach Regenwürmern, Spinnen, Insektenlarven, Tausendfüßern und anderen Wirbellosen im und am Boden, aber auch Früchten und Farnsporangien. Die nur wenige Zentimeter langen Flügel, an deren Ende sich eine Kralle befindet, sind im dichten Gefieder verborgen und haben vermutlich keine Funktion mehr. Der zweite Name »Kleiner Fleckenkiwi« deutet auf die helleren Flecken im Gefieder hin, das den Kiwi vor Auskühlung und Feuchtigkeit schützt.

Zwergkiwi-Skelett
Foto: M. Unsöld, ZSM Info Info

Zwergkiwis leben monogam in einem von ihnen vor allem zur Fortpflanzungszeit verteidigten Revier. Nachts durchstreifen sie es nach Nahrung, tagsüber schlafen sie in einer von mehreren selbst gegrabenen oder bereits vorhandenen Höhlen. Zur Brut wird meist eine alte, von Vegetation überwucherte Erdhöhle genutzt. Von allen Vögeln legen Zwergkiwis das im Verhältnis zum Weibchen größte Ei, das etwa ein Viertel dessen Gewichts ausmacht! Ein Gelege besteht aus ein bis zwei Eiern; das zweite Ei wird erst zwei bis drei Wochen nach dem ersten gelegt. Das Männchen brütet alleine, die Brutdauer variiert von 63 bis 76 Tagen. Zwergkiwis schlüpfen als Miniaturausgaben ihrer Eltern und sind bereits im Alter von zwei bis drei Wochen selbständig.

In vielerlei Hinsicht haben sich Kiwis ähnlich wie Säugetiere entwickelt. Äußerlich fällt das fellähnliche Gefieder auf. Als besondere Anpassung befinden sich die Nasenlöcher nicht an der Schnabelbasis, sondern an der Schnabelspitze. Während die meisten Vögel eine Körpertemperatur von 42 °C besitzen, liegt sie bei den Kiwis bei 38 °C im Bereich der Säugetiere. Auch die Sinneswelt der Kiwis weicht deutlich von der anderer Vögel ab: Ihr Sehsinn ist schlecht, das Gehör und vor allem der Geruchssinn dafür extrem gut ausgeprägt, was für ein überwiegend nachtaktives Tier, das den Großteil seiner Nahrung im Boden sucht, nicht sehr überraschen würde – es sei denn, es handelt sich um einen Vogel. Kiwis haben auf Neuseeland die ökologische Nische der Insektenfresser (z.B. Spitzmäuse, Maulwürfe, Schlitzrüssler) eingenommen und sich bestmöglich daran angepasst.

Wärmebildaufnahme eines freilebenden Zwergkiwis
Foto: Dominik Mayer Info Info

Wie zuvor schon mehrere andere Objekte des Monats (Krauskopfarassari, Kahlkopfibis, Rotlori) stammt zumindest der linke, stehende Kiwi aus der Sammlung Herzog von Leuchtenberg. Diese 1856 an die Alte Akademie gekommene Vogelsammlung enthielt fast 4.000 Bälge und Standpräparate aus aller Welt, darunter Raritäten wie Riesenalk, Labradorente und eben den Zwergkiwi. Das Schaupräparat mit zwei Tieren wurde von Präparator Gustav Küsthardt Anfang des 20. Jahrhunderts für den Ausstellungsbereich der Alten Akademie neu arrangiert. Woher das Kiwi-Skelett stammt, ist leider nicht bekannt, da das Etikett nicht mehr vorhanden ist.

5 Fakten über Kiwis

  • Die Ordnung Apterygiformes mit der einzigen Familie Apterygidae besteht neben dem Zwergkiwi nur noch aus vier weiteren rezenten Arten der Gattung Apteryx: Großer Flecken- oder Haastkiwi A. haastii, Nordstreifenkiwi A. mantelli, Südstreifenkiwi A. australis und Okaritokiwi A. rowi.
  • Entfernte Verwandtschaft: Als gesichert gilt, dass die bis vor einigen hundert Jahren ebenfalls auf Neuseeland heimischen, von den Maoris ausgerotteten Moas (Dinornithiformes) nicht näher mit den Kiwis verwandt sind. Über deren Schwestergruppe gibt es aber verschiedene Meinungen: Kasuare und Emus (Casuariformes), die früher auf Madagaskar vorkommenden, durch die indigene Bevölkerung ausgelöschten madegassischen Elefantenvögel (Aepyornithiformes) oder die Steißhühner (Tinamiformes) werden als die nächsten Verwandten angesehen.
  • Invasive Gefahr: Bis zur Ankunft des Menschen und seiner tierlichen Begleiter waren Vögel die dominierende Tierklasse Neuseelands; sie hatten die anderswo durch Säuger besetzten ökologischen Nischen ausgefüllt. Durch das Fehlen von Bodenraubtieren verloren viele Vogelarten ihre Flugfähigkeit und Vorsicht. Das sollte ihnen mit der Besiedlung durch die Polynesier Ende des 13. Jahrhunderts zum Verhängnis werden: Diese brachten nicht nur Hunde und Pazifische Ratten mit, sondern jagten neben anderen Arten auch alle Moa-Arten bis zu deren Ausrottung und brandrodeten die Hälfte der Nordinsel. Auch der Zwergkiwi verschwand durch Jagd und Lebensraumzerstörung von dort. Mit der Besiedlung durch die Europäer kamen weitere Nager- und Raubtierarten auf die Inseln, die der heimischen Vogelwelt stark zusetzten. In den 1990er Jahren tötete ein entlaufener Schäferhund innerhalb weniger Tage 500 Kiwis. Auf beiden Hauptinseln werden etwa 94 Prozent der jungen Kiwis von Katzen oder Wieseln getötet, bevor sie ein Alter von 100 Tagen erreichen.
  • Schutzbemühungen: Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts siedeln neuseeländische Artenschützer bedrohte Vogelarten auf zuvor raub- und nagetierfrei gemachte Inseln um. Obwohl Kiwis seit 1908 gesetzlich geschützt sind und dieser Schutzstatus 1921 noch verschärft wurde, hat ihr Bestand seither weiter abgenommen. Der Zwergkiwi galt lange Zeit sogar als ausgestorben. Heute gibt es dank intensiver Maßnahmen zum Schutz dieser Art wieder etwa 1.500 adulte Individuen, weshalb er in der IUCN Redlist derzeit als »near threatened« (potenziell gefährdet) gelistet wird. »PredatorFree2050« lautet das große Ziel des neuseeländischen Artenschutzes, die Inseln bis Mitte dieses Jahrhunderts raub- und nagetierfrei zu bekommen.
  • Vegetarische Alternative: 1905 brachte die neuseeländische Pädagogin Mary Isabel Fraser die Samen einer als Chinesische Stachelbeere Actinidia deliciosa bezeichneten Pflanze von ihrem Studienaufenthalt aus China mit. Deren Früchte begeisterten die Neuseeländer so sehr, dass sie im großen Stil angebaut und 1957 erstmals exportiert wurden. Vermarktungsstrategisch wurden die auf Neuseeland angebauten und exportierten Früchte als »Kiwis« bezeichnet. Dieser Name setzte sich schließlich weltweit durch.

Abbildungen

Abb. 1: Die Zwergkiwi-Präparate aus der Sammlung Herzog von Leuchtenberg. Foto: M. Unsöld, ZSM

Abb. 2: Am Skelett sind die winzigen Flügel erkennbar. Foto: M. Unsöld, ZSM

Abb. 3: Wärmebildaufnahme eines freilebenden Zwergkiwis auf Neuseeland. Foto: Dominik Mayer

Literatur

Del Hoyo, J., Elliott, A. & Sargatal, J. eds. (1992) Handbook of the Birds of the World. Vol. I. Ostrich to Ducks. Lynx Edicions, Barcelona

Fuller, E. ed. & Harris-Ching, R. (1991) Kiwis. A Monography of the Family Apterygidae. Swan Hill Press, Shrewsbury.

Winkler, D.W., Billerman S.M., Lovette, I.J. (2015) Bird Families of the World. Lynx Edicions, Barcelona

Markus Unsöld

Search Search

Aktuelle Beiträge

  • Wegekuckuck in vollem Lauf mit einer erbeuteten Echse im SchnabelFoto: Laura Wolf (lwolfartist, via Wikimedia Commons)
    Objekt des Monats Juli 2026: Wegekuckuck Geococcyx californianus (Lesson, 1829)1. Juli 2026
  • Das restaurierte Quagga im Museum Mensch und NaturFoto: Schaumberger/Museum Mensch und Natur
    Objekt des Monats Juni 2026: Das Quagga Equus quagga quagga Boddaert, 17854. Juni 2026
  • Der Typus von Anodorhynchus maximilianiFoto: M. Unsöld, ZSM
    Objekt des Monats Mai 2026: Hyazinthara Anodorhynchus hyacinthinus (Latham, 1790)12. Mai 2026
  • SpringhaseFoto: M. Unsöld, ZSM
    Objekt des Monats April 2026: Südafrikanischer Springhase Pedetes capensis (Forster, 1778)2. April 2026
  • Zwergkiwi-Präparate aus der Sammlung Herzog von LeuchtenbergFoto: M. Unsöld, ZSM
    Objekt des Monats März 2026: Zwergkiwi Apteryx owenii Gould, 184715. März 2026

Nächste Veranstaltung

0Tage0Stunden0Minuten

Mitmachen

Sie interessieren sich für die Freunde der Zoologischen Staatssammlung München e.V.? Dann machen Sie mit! Ob Sie spenden oder Mitglied werden wollen, oder sich für unsere Vorträge, Kurse und Exkursionen interessieren: Alle Informationen finden Sie im Menü oben unter Mitmachen.

Freunde

Freunde der Zoologischen Staatssammlung München e.V.

Münchhausenstraße 21
81247 München

Bitte beachten Sie:
Die ZSM ist kein Schaumuseum und daher nicht für Besucher geöffnet.

Alle Kontaktinformationen



Bitte beachten Sie, dass wir das generische Maskulinum verwenden, wenn im Plural zum Verständnis keine geschlechtliche Unterscheidung nötig ist. So bleibt der Text kompakter und liest sich flüssiger.

Aktuelles

  • Objekt des Monats Juli 2026: Wegekuckuck Geococcyx californianus (Lesson, 1829) 1. Juli 2026
  • Objekt des Monats Juni 2026: Das Quagga Equus quagga quagga Boddaert, 1785 4. Juni 2026
  • Objekt des Monats Mai 2026: Hyazinthara Anodorhynchus hyacinthinus (Latham, 1790) 12. Mai 2026
  • Objekt des Monats April 2026: Südafrikanischer Springhase Pedetes capensis (Forster, 1778) 2. April 2026
  • Objekt des Monats März 2026: Zwergkiwi Apteryx owenii Gould, 1847 15. März 2026

Kategorien

  • Allgemein
  • Ausstellungen
  • Objekt des Monats
  • Preisverleihungen
  • Veröffentlichungen
  • Vorträge

Links & Partner

Zoologische Staatssammlung München (ZSM)

Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (SNSB)

Freunde der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München e.V.

Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

Förderverein Museum Mensch und Natur

Förderkreis Biotopia

Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V. (OG)

Münchner Entomologischen Gesellschaft e. V. (MEG)
Freunde der Zoologischen Staatssammlung München e.V. – Impressum – Datenschutz – Bildnachweis
Link to: Objekt des Monats Februar 2026: Sulawesi-Hirscheber <em>Babyrousa celebensis</em> (Deninger, 1909) Link to: Objekt des Monats Februar 2026: Sulawesi-Hirscheber <em>Babyrousa celebensis</em> (Deninger, 1909) Objekt des Monats Februar 2026: Sulawesi-Hirscheber Babyrousa celebensis...Sulawesi-Hirscheber lebendFoto: Roland Wirth, ZGAP Link to: Objekt des Monats April 2026: Südafrikanischer Springhase <em>Pedetes capensis</em> (Forster, 1778) Link to: Objekt des Monats April 2026: Südafrikanischer Springhase <em>Pedetes capensis</em> (Forster, 1778) SpringhaseFoto: M. Unsöld, ZSMObjekt des Monats April 2026: Südafrikanischer Springhase Pedetes capensis...
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

AkzeptierenWeitere Informationen

Informationen zu Cookies und Datenschutz



Sitzungs-Cookies

Wir verwenden mit unserem Internetauftritt sog. Cookies. Cookies sind kleine Textdateien oder andere Speichertechnologien, die durch den von Ihnen eingesetzten Internet-Browser auf Ihrem Endgerät ablegt und gespeichert werden. Durch diese Cookies werden im individuellen Umfang bestimmte Informationen von Ihnen, wie beispielsweise Ihre Browser- oder Standortdaten oder Ihre IP-Adresse, verarbeitet.

Durch diese Verarbeitung wird unser Internetauftritt benutzerfreundlicher, effektiver und sicherer, da die Verarbeitung bspw. die Wiedergabe unseres Internetauftritts in unterschiedlichen Sprachen oder das Angebot einer Warenkorbfunktion ermöglicht. Rechtsgrundlage dieser Verarbeitung ist Art. 6 Abs. 1 lit b.) DSGVO, sofern diese Cookies Daten zur Vertragsanbahnung oder Vertragsabwicklung verarbeitet werden.

Falls die Verarbeitung nicht der Vertragsanbahnung oder Vertragsabwicklung dient, liegt unser berechtigtes Interesse in der Verbesserung der Funktionalität unseres Internetauftritts. Rechtsgrundlage ist in dann Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO. Mit Schließen Ihres Internet-Browsers werden diese Session-Cookies gelöscht.

Drittanbieter-Cookies

Gegebenenfalls werden mit unserem Internetauftritt auch Cookies von Partnerunternehmen, mit denen wir zum Zwecke der Werbung, der Analyse oder der Funktionalitäten unseres Internetauftritts zusammenarbeiten, verwendet. Die Einzelheiten hierzu, insbesondere zu den Zwecken und den Rechtsgrundlagen der Verarbeitung solcher Drittanbieter-Cookies, entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Informationen.

Beseitigungsmöglichkeit

Sie können die Installation der Cookies durch eine Einstellung Ihres Internet-Browsers verhindern oder einschränken. Ebenfalls können Sie bereits gespeicherte Cookies jederzeit löschen. Die hierfür erforderlichen Schritte und Maßnahmen hängen jedoch von Ihrem konkret genutzten Internet-Browser ab. Bei Fragen benutzen Sie daher bitte die Hilfefunktion oder Dokumentation Ihres Internet-Browsers oder wenden sich an dessen Hersteller bzw. Support.

Bei sog. Flash-Cookies kann die Verarbeitung allerdings nicht über die Einstellungen des Browsers unterbunden werden. Stattdessen müssen Sie insoweit die Einstellung Ihres Flash-Players ändern. Auch die hierfür erforderlichen Schritte und Maßnahmen hängen von Ihrem konkret genutzten Flash-Player ab. Bei Fragen benutzen Sie daher bitte ebenso die Hilfefunktion oder Dokumentation Ihres Flash-Players oder wenden sich an den Hersteller bzw. Benutzer-Support.

Sollten Sie die Installation der Cookies verhindern oder einschränken, kann dies allerdings dazu führen, dass nicht sämtliche Funktionen unseres Internetauftritts vollumfänglich nutzbar sind.

Weitere Informationen

Bitte beachten Sie unsere ausführlichen Hinweise zum Thema Datenschutz.

Quellenhinweis

Diese Texte entstammen der Muster-Datenschutzerklärung der Anwaltskanzlei Weiß & Partner.

AkzeptierenAblehnen