Objekt des Monats September 2021

Spix-Ara Cyanopsitta spixii (Wagler, 1832)

Der Spix-Ara wurde in den letzten Jahren durch die beiden »Rio«-Filme weltberühmt. Er ist der heimliche »Wappenvogel« der ZSM, zierte zur 200-Jahre-Feier das von der ZSM herausgegebene Sonder-Briefkuvert und seit 2021 auch das neue Logo der »Freunde«.

1819 wurde dieser kleine blaugraue Ara vom ersten Kurator der ZSM, Johann Baptist Ritter von Spix, in der Caatinga nahe Joazeiro entdeckt. Spix hielt ihn damals noch für einen Hyazinthara (die größte Ara-Art überhaupt). Sein Assistent Johann Georg Wagler fand heraus, dass es sich dabei sogar um den Vertreter einer neuen Gattung handelt und benannte ihn zu Ehren seines Entdeckers Cyanopsitta spixii. Dieses Individuum, ein Jungvogel, wird immer noch in der ZSM aufbewahrt und ist das Typus-Exemplar für die Art.

Heute gilt der Spix-Ara als vom Aussterben bedroht. Seit 1989 gibt es kein natürliches Vorkommen mehr. Er kam wohl schon immer lokal begrenzt vor und wurde als wertvoller Schatz von »Papageien-Sammlern« teuer gehandelt. Mit einigen dieser Vögel und Tieren aus einem Zuchtprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten startete der Verein Association for the Conservation of Threatend Parrots e.V. (ACTP) ein Zuchtprogramm in Berlin. Großpapageien gelten als extrem heikel bei der Partnerwahl, und noch dazu sind die Bestände dieser Art überaltert. Doch mittlerweile konnte die Zucht perfektioniert werden – auch unter Verwendung neuer Techniken wie künstlicher Befruchtung und Handaufzucht.

Im März 2020 wurden 53 Spix-Aras zurück nach Brasilien gebracht. Die Papageien werden innerhalb ihres ursprünglichen Lebensraums gemeinsam mit wilden Rotnackenaras Primolius maracana in einer großen Voliere eingewöhnt und sollen anschließend mit ihnen freigelassen werden. So können sie von ihnen verschiedene überlebenswichtige Dinge lernen, z.B. wo Futter zu finden ist und welche Gefahren zu meiden sind. Zuvor wird eine besenderte Gruppe der Rotnackenaras im zukünftigen Auswilderungsareal verfolgt und beobachtet, um die Eignung des Gebiets zu eruieren. Diese Art eignet sich sehr gut dafür, da sie ähnliche Ansprüche wie der Spix-Ara stellt; der letzte wildlebende Spix-Ara war mangels Artgenossen mit einem Rotnackenara verpaart.

Der hier abgebildete Spix-Ara stammt von der unseren Mitgliedern von vielen Ausstellungen gut bekannten und geschätzten Künstlerin Barbara Ruppel. Das Original konnten wir Frau Elisabeth Hintelmann im Jahr 2019 als Dankeschön zum 20. Wissenschaftspreis überreichen.

Fotos:

Abb. 1 (Artikelbild): Spix-Ara. Foto: M. Unsöld (SNSB-ZSM).

Abb. 2: Der von der Künstlerin Barbara Ruppel inmitten eines blühenden Trompetenbaums gemalte Spix-Ara, den die »Freunde« zum 20. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis an die Stifterin Elisabeth Hintelmann überreichen konnten.

Abb. 3: Das von der Grafikerin Ruth Kühbandner entworfene Sonder-Briefkuvert mit Spix-Ara zum 200jährigen Jubiläum der ZSM.

Abb. 4: Frau Elisabeth Hintelmann, Stifterin des Wissenschaftspreises, zum 20. Jubiläum inmitten einiger ihrer Preisträger (v.l.n.r.): Dr. Oliver Hawlitschek, Dr. Michael Balke, Dr. Carmelo Andújar, Prof. Dr. Joachim Haug, Dr. Alexander Yu und Dr. Jörg Spelda neben dem von Barbara Ruppel gemalten Spix-Ara. Foto: Eva Lodde-Bensch (SNSB-ZSM).

Abb. 5 + 6: Beim Typusexemplar des Spix-Aras handelt es sich um einen Jungvogel, kenntlich an den hellen Längsbändern am Ober- und Unterschnabel. Foto: M. Unsöld (SNSB-ZSM).

Abb. 7: Das neue Logo der »Freunde« mit dem Spix-Ara. Entwurf: M. Unsöld (SNSB-ZSM).